Wissenswertes rund um´s Heu für unsere Pferde

Was für eine wundervolle Zeit des Jahres, wenn es überall nach frisch gemähtem Heu riecht- herrlich! Gleichzeitig ist es für die Landwirte und Tierbesitzer eine der stressigsten Zeiten des Jahres, gilt es doch qualitativ hochwertiges Futter für das kommende Jahr zu produzieren!

Der Futterwert (v.a. Eiweiß-/ Energie-/ Rohfaser-/ Zuckergehalte) des Heus wird durch den Boden, die Grassorten, Witterungsbedingungen (auch während der Ernte), den Schnittzeitpunkt und die „Erntemethode“ beeinflusst, die Futterhygiene vor allem auch durch die Lagerung!

Frisch geerntetes Heu sollte möglichst mit einer Restfeuchte von 15% eingefahren und nicht direkt an/ auf Betonwände/-böden gelagert werden, das heißt z.B. Rundballen nicht zu eng nebeneinander und möglichst auf Paletten, so dass die Luft gut zirkulieren kann. Restfeuchte kann z.B. mit dem Aufbringen von Viehsalz entzogen werden. Das Heu sollte dann mindestens 6-8 Wochen lagern, besser länger, bis die Keimruhe eintritt, um somit Gaskoliken zu vermeiden.

Diejenigen, die kein Heu selber produzieren, kümmern sich nun um den Zukauf des Lagerbestandes. Gutes Heu zu bekommen ist nicht einfach, insbesondere, wenn man von verschiedensten Seiten unterschiedliche Kriterien als die Wichtigsten genannt bekommt: Schimmelfrei reicht!? Hauptsache zuckerarm! Bitte blattreich, hellgrün, gut strukturiert! Gerne Heu vom vorletzten Jahr, kann auch ruhig etwas grob sein, ist ja nur für meine dicken Ponies!?? En vogue ist mittlerweile, Heuanalysen anfertigen zu lassen- denn da hat man schließlich die Fakten! Eine Heuanalyse allein hilft aber leider nicht weiter- man muss sie auch interpretieren können.

Was z.B. den Zuckeraspekt betrifft: Entgegen des allgemeinen Standpunktes, dass der NSC-Gehalt die 10-15% nicht übersteigen sollte, gibt es auch die differenzierte Meinung, dass es wichtig ist, dass die ESC (Einfachzucker und kurzkettige Fruktane) plus der Stärke nicht mehr als 10% betragen. Hintergrund ist der, dass gerade diese Zuckerformen das Insulin beeinflussen, nicht die Fruktane. Stärke ist nicht auswaschbar! Um Fruktane als solches muss man sich also nicht so viele Sorgen machen, so lange NSC (nicht-strukturelle Kohlenhydrate, also Einfachzucker und alle Fruktane plus Stärke) unter 40% liegen. Man läuft nämlich sonst Gefahr, dass man ein insgesamt hochwertiges, für Pferde geeignetes Raufutter zugunsten eines zwar „zuckerreduzierten“ Heus, aber mit anderweitig geringerem Futterwert (überständig bis verholzt, eiweißarm, etc.) zurückstellt. Diese Erfahrung haben wir auch in der Praxis gemacht!

Der Futterwert lässt sich sensorisch bewerten, für den Zuckergehalt benötigt man tatsächlich eine Heuanalyse, weshalb gerade bei „Problempferden“ beides idealerweise Hand-in-Hand geht.

Man sollte immer bedenken: was habe ich für ein Pferd? Ein Pferd mit Cushing, das zusätzlich an Insulinresistenz leidet, aber schon etwas fortgeschritteneren Alters ist und öfters zu Kotwasser neigt, würde definitiv nicht von einem Heu profitieren, das nur nach dem Zuckergehalt ausgewählt wurde. Das kann dann ein sehr überständiges Heu sein, welchem an hochverdaulicher Rohfaser (Zellulose, Hemizellulose) mangelt, da es aufgrund der späten Ernte hauptsächlich aus dem Gerüststoff Lignin besteht- was wiederum für die Darmbakterien kaum abbaubar ist und somit dieses Heu kein Wuchsstoff für eine stabile Darmflora bietet. Zudem ist spät geschnittenes Heu sehr eiweißarm. Cushing-Pferde weisen oft einen katabolischen Stoffwechsel aufgrund des erhöhten Cortisolumlaufs auf und auch die Substanz älterer Pferde gilt es oft zu bewahren, wozu eine ausreichende Proteinzufuhr entsprechender Qualität nötig ist. Dies gilt zu einem gewissen Grad z.B. aber auch für dicke Pferde, da gerade die Muskelmasse ja erhalten bleiben sollte, um den Energieumsatz zu erhöhen.

Stimmt die Qualität meines Heus, ist der Zuckergehalt doch zu hoch, so können wasserlösliche Zucker durch Waschen des Heus von 30-60min reduziert werden- allerdings gehen damit oft auch Mineralien und ein Teil des Eiweiß verloren. Außerdem kommt es bei längeren Einweichzeiten, bzw. längeren Zeiten zwischen Wässern und Füttern oft zu erhöhter Keimbelastung. So muss also jedes Für und Wider immer abgewogen werden.

In jedem Fall würden wir immer eine gezielte Versorgung mit Mikronährstoffen empfehlen, um den Bedarf sicher zu decken und den Organismus und seinen Stoffwechsel in all seinen Abläufen optimal zu unterstützen! Wir führen eine Auswahl an Mineralfutter für Pferde, bei der sicher auch etwas für Ihr Pferd dabei ist.

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